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Stadt Versmold beschließt kommunalen Wärmeplan

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Schrittweiser Abschied von fossilen Energieträgern

Wie schafft Versmold die Wärmewende? Der Rat der Stadt hat am 18. Dezember des vergangenen Jahres einen Wärmeplan verabschiedet, mit dem die Wärmeversorgung im Stadtgebiet bis 2045 schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt werden soll. Vor allem Wärmepumpen und Fernwärme sollen dazu beitragen, dass Versmolder Haushalte künftig klimafreundlich heizen.

Aktuell verbrauchen die Menschen in Versmold fürs Heizen und für die Warmwasserversorgung rund 186 Gigawattstunden im Jahr. Zum größten Teil wird die Energie dafür aus Gas und Öl erzeugt. Dadurch entstehen gut 46 Tonnen CO₂-Äquivalente*. Laut Wärmeplan wäre eine Verringerung des Wärmebedarfs um 65 Prozent möglich.

Um dieses Ziel zu erreichen, geht der Wärmeplan davon aus, dass bis zum Jahr 2045 die meisten Haushalte ihre Wärme dezentral mit Wärmepumpen oder Solarthermie erzeugen. Für das Stadtzentrum und den Bereich südöstlich der Kernstadt käme auch die zentrale Versorgung mit Fernwärme in Betracht, die beim Betrieb der städtischen Kläranlage anfällt. Zurzeit lassen die Stadtwerke Versmold eine Vorstudie zu dem Vorhaben erstellen. Außerdem müssten jährlich zwei Prozent der Bestandsgebäude saniert werden.

Die kommunale Wärmeplanung ist nicht verpflichtend. Sie versteht sich als eine Art strategische Leitplanke, an der sich Versmolder Immobilienbesitzer, Unternehmen und Energieversorger orientieren können. Indem Kommunen die künftige Wärmeinfrastruktur auf ihrem Gebiet transparent und vorausschauend planen, schaffen sie die notwendige, langfristige Planungs- und Investitionssicherheit.

„Bei der Umsetzung der Wärmewende muss jeder Immobilienbesitzer selbst aktiv werden“, sagt Heike Brüggemann vom Fachbereich Umwelt der Stadt Versmold. Wichtig sei, ein Bestandsgebäude zunächst zu sanieren, um den Wärmebedarf zu verringern. Auf dieser Basis lässt sich anschließend die erforderliche Leistung und Größe einer Wärmepumpe oder eines anderen klimafreundlichen Heizsystems errechnen.

Die Stadt lässt Immobilienbesitzer bei ihrer persönlichen Wärmewende aber nicht allein. Schon seit Längerem gibt es eine kostenlose und neutrale Energieberatung. Geplant sind außerdem umfassende Informationsangebote zur energetischen Gebäudesanierung sowie Beratungen zur klimafreundlichen Wärmeversorgung mit Wärmepumpen oder Solarthermie. Darüber hinaus können sich Immobilienbesitzer lokale Handwerksbetriebe und Dienstleister mit ins Boot holen. Alle fünf Jahre soll der kommunale Wärmeplan auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls angepasst werden.

* Nicht nur Kohlendioxid, sondern auch andere Treibhausgase erwärmen die Erdatmosphäre. Ihre Klimawirkung wird mit dieser Maßeinheit im Vergleich zu CO₂ angegeben.

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