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Gebäudemodernisierungsgesetz

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Klaus Barkmann und Lukas Friesen nehmen Stellung

Ein Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sorgte in den vergangenen Wochen für Diskussionen. Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz sieht vor, den Einbau von Öl- und Gasheizungen weiterhin zu erlauben. Um die Klimavorgaben zu erfüllen, sollen sie mit einem wachsenden Anteil an grünem Gas oder grünem Heizöl betrieben werden. Wir haben zwei Experten unserer Partnerunternehmen gefragt, was sie von den Vorschlägen halten.

Klaus Barkmann, Geschäftsführer der Energieberatung Barkmann, findet den Gesetzentwurf erstmal gar nicht so schlimm, bedeute er doch mehr Flexibilität bei der Wahl der Heizung. Allerdings schiebt der Experte ein großes „Aber“ hinterher: „Jeder, der sich mit dem Entwurf auseinandersetzt, wird sehen, dass es langfristig zu teuer wird, wenn man jetzt noch eine Öl- oder Gasheizung einbaut.“ In fünf Jahren, so Barkmann, würden die fossilen Brennstoffe aufgrund der CO2-Abgabe bis zu 40 Prozent teurer sein.

Und es könnten weitere Kosten auf die Besitzer von Gasheizungen zukommen: „Steigen immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen um, müssen die Kosten für die bestehende Gasinfrastruktur auf immer weniger Gasanschlüsse umgelegt werden.“

Lukas Friesen, Geschäftsführer von Energiewelt Friesen, hält den Gesetzentwurf „für wenig realistisch.“ Für ihn ist die entscheidende Frage: „Woher soll das große Volumen an grünem Gas oder grünem Heizöl überhaupt kommen?“ Die steigende Nachfrage nach diesen grünen Brennstoffen würde die Preise weiter in die Höhe treiben.

Deshalb rät er Immobilienbesitzern, weiterhin auf erneuerbare Energie zu setzen. „Wer heute in moderne Heiz-technik wie Wärmepumpen investiert und diese mit Photovoltaik kombiniert, trifft eine langfristig sinnvolle Entscheidung – sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf zukünftige Energiepreise und Klimavorgaben.“

Dieser Ansicht sind offensichtlich viele Immobilienbesitzer. In der Praxis, so Lukas Friesen weiter, hätte der Gesetzentwurf die Nachfrage nach Wärmepumpen kaum verändert. Bei der Entscheidung für erneuerbare Energien dürfte wohl auch der starke Anstieg der Preise für Öl und Gas infolge des aktuellen Irankrieges eine Rolle gespielt haben.

Klaus Barkmann rät ebenfalls zur Wärme-pumpe oder zu einer Infrarotheizung. Sein Fazit zum geplanten Gebäudeenergiegesetz ist unmissverständlich:
„Macht das Gesetz Sinn? Nein. Ist es dumm, in eine fossile Gasheizung zu investieren? Ja.“

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